Beschreibung
Mineralische Liebe, A.N. Bogenhain, Roman, 1998, 374 Seiten
Widerstrebend nur stellt sich die Formulierung ein, aber für Mineralische Liebe von A.N. Bogenhain ist sie wie geschaffen: Die Liebe versetzt Berge, nicht der Glaube. Die Liebe katapultiert Ada, das mineralische Wesen, in die Welt der lauten irrenden Menschen, die für sie nur ruhelose Eiweißleiber sind. In einen von ihnen – Joseph P. Langsahl – hat sie sich verliebt. Ausgerechnet in den, der eine Krise nach der anderen anzieht und damit in einen Strudel der ungelösten Rätsel taumelt. Er droht sie mitzureissen, wenn er auf den Spuren eines literarischen Komplotts dem Übervater Horatius Auen bis nach Marokko folgt, ohne sich überhaupt zu fragen, warum ausgerechnet Auen seinen ersten Roman plagiiert haben sollte. Noch andere waren daran beteiligt. Oder waren sie es doch nicht und spielt sich die ganze Intrige nur im Kopf von Langsahl ab?
Ada ist das gleichgültig, sie will nur den unsteten Langsahl im Bann ihrer mineralischen Liebe halten. Doch ist für ihn ihre Unerschütterlichkeit schwer auszuhalten, obwohl er mit der Mikroerotik nur für sie eine neue Form der Nähe erfindet.
An Ada aber ist nichts erfunden, ausser dass es sie überhaupt gibt. Als hätte es diese Ichwerdung nie gegeben, folgt sie ihrer Natur, um dem herumirrenden Langsahl nahe zu bleiben.
Es mag archetypisch scheinen, wie ich die beiden Figuren angelegt habe, sagt Bogehain, und das ist es auch. Aber eben als Ausdruck des archetypischen Mißverstehens zwischen dem Menschen und einem Planeten, den er fälschlich für den seinen hält.
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