Über die Autoren

Über die Autoren

Van Wangger

Lasst uns nicht lange über den Schreibenden reden, sondern lieber über das Geschriebene. Und auch darüber nicht zu lange, sondern mit dem Lesen anfangen. Mit den Romanen CHARISMANIA und SYSTOLIA hat Van Wangger zwei Handlungs getriebene Bücher geschrieben, die gelegentlich so vielschichtig werden, dass der Leser völlig verwundert, ja geradezu verdattert, aus der ruhigen Betrachtung einer Situation oder Figur in den Handlungsstrom zurück gerissen wird.

Lars Weber

Es gibt nicht nur eine Wahrheit und darum gibt es auch nicht nur eine Story. Von seinen Short Stories bis zum Roman DER UNSCHARFE MANN, der vielleicht nicht mal ein Roman ist, weil er sich aus lauter überraschenden Episoden zusammensetzt, deren innere Logik sich der Protagonistin erst nach und nach erschliesst: aus der Verknappung kommend wölbt sich die Erzählkurve um schillernde Hindernisse, die sich am Ende doch als notwendige Stufen der Handlung entpuppen.

L.W. Marken

PFLEGEHEIM GERMANIA und HINTERM WALL folgen zwei völlig unterschiedlichen Alter Egos des Autors L.W. Marken durch die Irrungen und Wirrungen Osteuropas kurz vor und nach dem Mauerfall. Dabei verschwimmt nicht nur die Zonengrenze, sondern auch die ohnehin sehr schwache Trennlinie zwischen totalitärem Alltag und Absurdität.

Anatol Herbst

Herbst stieß zu Thintankbooks, als er gerade unter dem Label HERBeST eine Gutenachtgeschichtenakademie (Originalschreibweise) für junge, erzählfreudige Mütter mit schlafunwilligen Kindern gründen wollte. „Hier sollen die Frauen Improvisationstechniken erlernen, um aus dem Stegreif beständig neue, abenteuerliche Geschichten zu ersinnen, die ihren Kindern über die Einschlafhürde helfen. Auch Stimmbildung wird angeboten“, berichtete er mir damals und offenbarte damit die auch in seinen Romanen Apheion und Kharg erkennbare Neigung zum sozialen Experiment. Einen solchen Autor hatte ich bis dahin noch nicht gekannt. Glücklicherweise gelang es mir, ihn an den Verlag zu binden. Wer Anatol Herbst liest, muß mit unerwarteten Auswirkungen auf sein eigenes Leben rechnen.

A.N. Bogenhain

Wo hört das auf, was wir noch als Wirklichkeit akzeptieren? Wo beginnt das Reich des Unwahrscheinlichen und wo überschneidet es sich mit dem Unmöglichen? A.N. Bogenhain, der sich lieber nur Bogenhain nennen läßt, vertritt eine in der deutschen Literatur eher seltene Position. Nicht die banal nachvollziehbare Glaubwürdigkeit seiner Figuren interessiert ihn, sondern ihre Unvorhersehbarkeit bis hin zum Überwirklichen, das er keinesfalls surreal nennen will. So nimmt es nicht Wunder, dass seine leidenschaftlichste Figur nicht nur ein steinernes Herz, sondern einen vollständigen Körper aus Granit hat. Und dabei ist sie auch noch die Sanfteste unter all seinen Unbehausten. Nichts muß sein wie wir es erwarten und gerade dadurch ertappt er uns – oft in einem unaufmerksamen Moment – bei unseren stärksten Gefühlen.

Khailur Feuerhan

Wenn man ihn fragt, warum er sich so gern in der Dunkelheit bewegt, oder seine Figuren dorthin schickt, lacht Khailur Feuerhan erstmal ausgiebig und sagt dann: Wahrscheinlich ist das einfach der beste Kontrast zum Feuer. Wie sehr ihn dieses in seinem Namen nicht gerade verborgene Phänomen beschäftigt, räumt er unumwunden ein und ergänzt dann noch: Ihr habt Euch das bestimmt noch nie gefragt, aber ich sags Euch trotzdem: Khailur ist natürlich nicht mein Taufname. Ich habe ihn vom Isländischen Wort für Rauch abgeleitet. Ich habe das gemacht, als dieser Vulkan mit seiner riesigen Rauchwolke ständig auf den Bildschirmen war. Ich mochte die Finsternis und das Verhängnis, die er über das ohnehin schon gottverlassene Eiland brachte – die schimmernde Glut der Magma, die sich unausweichlich wie das Schicksal über die kleine Welt der Menschen hermachte. Vergesst mal den Stil. Vergesst ihn einfach!